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Gellner & Collegen: Kunstfehler in der Medizin
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KUNSTFEHLER IN DER MEDIZIN

von Prof. (UA) Peter Gellner

Dritte Auflage
artention-group
ISBN 3-00-008132-1

12,50 Euro
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Der medizinische Standard in Deutschland ist einer der besten weltweit. Dennoch unterlaufen auch hier den Ärzten Fehler, die für die Betroffenen erhebliche Konsequenzen haben können. Der Rechtsberater “Kunstfehler in der Medizin” von Prof. (UA) Peter Gellner und Dirk Christoph Ciper informiert anhand von praktischen Beispielfällen über die Rechtslage in Deutschland. Er soll auf diese Weise sowohl Ärzten als auch Patienten als Leitfaden dienen. Er beantwortet anschaulich Fragen wie u.a.:

  • Was ist ein ärztlicher Kunstfehler?
  • Welche Rechte und Pflichten bestehen?
  • Welches ist der beste Weg für den Patienten bei dem Verdacht eines Behandlungsfehlers Schadensersatz und Schmerzensgeld zu erhalten?
  • Wovon sollte der Patient unbedingt Abstand nehmen?
  • Wer trägt die Kosten eines Prozesses im Arzthaftungsrecht?

Weitgehend ohne die unverständliche juristische Fachterminologie gibt “Kunstfehler in der Medizin” dem Laien einen umfassenden, verständlichen Überblick über die rechtlichen Vorgehensmöglichkeiten. So stellt er ein unerlässliches Hilfsmittel im konkreten Schadensfall dar. Im Anhang befindet sich darüber hinaus ein Register mit zahlreichen Kontakt-Adressen.

Lesen Sie hier einen Auszug aus “Kunstfehler in der Medizin”:

Spektakuläre Berichte aus den USA über Gerichtsverfahren gegen Ärzte wegen vorgeworfener “Kunstfehler” mit Entschädigungssummen im zweistelligen Millionenbereich finden auch in deutschen Medien regelmäßig Widerhall. Sie prägen in der Bevölkerung und damit auch bei Patienten häufig die Vorstellung vom Arzthaftungsrecht und fördern dadurch eine gewisse Erwartungshaltung, die die deutsche Rechtssprechung nicht erfüllt und auf absehbare Zeit auch nicht erfüllen wird. Es sei nicht unerwähnt, dass gerade der Anstieg der exorbitant zugesprochenen Schadenbeträge in der USA in den 70er Jahren sogar zu einer Gefährdung der ärztlichen Grundversorgung geführt hatte, da die Ärzte dort in den Streik traten. Sie konnten nämlich die mit dem erhöhten Haftungsrisiko verbundenen hohen Versicherungsprämien nicht mehr zahlen und waren nicht mehr bereit, sich um Patienten zu kümmern, außer in Notfällen.

In Deutschland ist die Anzahl der gegen Ärzte gerichteten Ansprüche seit den 60er Jahren aus vielfältigen Gründen angestiegen. Offizielle Kunstfehlerstatistiken gibt es nicht, es ist heute aber mit jährlich rund 100.000 Schadenfällen zu rechnen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein mehr als 15 Millionen Patienten jährlich in deutschen Krankenhäusern stationär behandelt werden. Rechnet man die ambulanten Behandlungen hinzu, beträgt die “Fehlerquote” lediglich einen Bruchteil.

Pro Jahr werden von Patienten mehr als 10.000 zivilgerichtliche Verfahren angestrebt, davon sind im Durchschnitt immerhin ein Drittel insgesamt oder zumindest teilweise erfolgreich (Haftpflichtversicherungen zahlen jährlich weit über 600 Mio. DM, Tendenz steigend.). Daneben werden jedes Jahr 5.000 staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren gegen Ärzte geführt. Die strafrechtliche Würdigung mit Verurteilung erfolgt davon in etwa 5% der Fälle.

Es ist wichtig für den Patienten zu wissen: Der medizinische Misserfolg bedingt nicht von vornherein einen Gesundheitsschaden und dieser erlaubt noch nicht den Schluss auf einen Behandlungsfehler. Es kann sich auch um einen schicksalhaften Verlauf handeln, der dem Arzt nicht vorzuwerfen ist. Der menschliche Organismus ist ein komplexes System dessen Reaktionen auf therapeutische Eingriffe nicht in Gänze abzuschätzen sind. Ein Medikament, das einer Person das Leben rettet, mag andere schädigen oder sogar töten. Andererseits sollte eine rasche Regulierung der Schadenbeträge zumindest dann zu erwarten sein, wenn ein qualifiziertes fachmedizinisches Gutachten eindeutig zum Ergebnis kommt, dass zurechenbare Fehler begangen wurden. Hier ist bedauerlicherweise in der Praxis gerade bei größeren Schadenfällen häufig festzustellen, dass die Haftpflichtversicherungen der Ärzte und Krankenhäuser eine Regulierung ablehnen oder finanzielle Abfindungen anbieten, die für den Geschädigten nicht akzeptabel sein können, so dass ein Klageverfahren eingeleitet wird, das sich im arzthaftungsrechtlichen Bereich grundsätzlich über mehrere Jahre hinziehen kann.